Veranstaltung: | KMV05/2021-Rotenburg Wümme |
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Tagesordnungspunkt: | 4.3. WB3-Stadt Rotenburg (Wümme), Samtgemeinde Sottrum |
Antragsteller*in: | Elisabeth Dembowski (OV Rotenburg (Wümme)) |
Status: | Eingereicht |
Eingereicht: | 24.06.2021, 17:06 |
BW15: Elisabeth Dembowski
Selbstvorstellung
Hallo miteinander,
seit 2014 bin ich als Nachrückerin im Stadtrat Rotenburg und seit 2016 im Kreistag für unsere Partei mitverantwortlich tätig. Nachdem unsere "Altvorderen" Manfred Radtke und Thomas Lauber sich aus der Kommunalpolitik in Rotenburg verabschiedet hatten, wurde ich Fraktionssprecherin im Stadtrat. Zu diesem Zeitpunkt verfügte ich über relativ wenig politische Erfahrung. Die Herausforderungen waren nur über eine enge Beziehungsarbeit zwischen den Fraktionsmitglieder, der Verwaltung, dem genauem Vor-und Nacharbeiten der Sitzungsunterlagen und nicht zuletzt in Gesprächen mit den Wählern zu bewerkstelligen. Der Einsatz digitaler Möglichkeiten ist inzwischen nicht mehr wegzudenken und hat uns in der zurückliegenden Pandemie maßgeblich geholfen, Kommunikation und Begegnungen aufrechtzuerhalten.
Darüberhinaus halte ich ein unmittelbare Beziehung zu meinen Mitmenschen für unersetzlich, um sie für eine notwendige Veränderung zu gewinnen, die die globalen Herausforderungen an uns stellen. Mit dem Wissen um die planetaren Grenzen stelle ich mir und anderen die Frage: Welche Bedeutung hat mein und unser Handeln für den Fortbestand unserer Art auf diesem Planeten? Ich spüre Angst, Unbehagen und sehr viel Verdrängung in Gesprächen, aber auch in politischen Sitzungen und Auseinandersetzungen. Unsere Lebensweise verursacht Überkonsum, Zeit- und Leistungsdruck , dauernde Selbstoptimierung und Vereinsamung. Es bereitet vielen Menschen zunehmend Sorgen und Ängste, dass viele Dinge in der Welt nicht im Lot sind. Gut, dass uns Umweltaktivisten und junge Menschen mit ihrer Radikalität auf die Dynamik und die Nichtumkehrbarkeit hinweisen, deshalb werden sich Räte und Parlamente nicht länger dem Handel entziehen können.
Auf kommunaler Ebene heisst das: Absoluter Schutz von Trinkwasservorkommen, eine Anpassung des Wasserverbrauchs auf die Klimaveränderungen, den konsequenten Schutz unserer Fließgewässer und eine flächenscharfe Kontrolle der Stickstoff- und Phosporkreisläufe im Landkreis. Es gilt, Biodiversität zu fördern über eine Entwicklung und Vernetzung der ausgewiesenen Schutzgebiete, über den Schutz von Ausgleichsflächen und von gemeindlichen Naturräumen und Gärten. Die existenzsichernde, biologische Landwirtschaft muss durch die Förderung regionaler Absatzmärkte über das gesammte Kreisgebiet gestärkt werden.
Der Schutz von Böden fordert aus meiner Sicht die Abkehr vom grenzenlosen Wachstum. Dazu muss eine veränderte Bauleitplanung den Flächenverbrauch regulieren. Dazu müssen Umweltbelange mehr berücksichtigt werden, die Klimaveränderungen müssen mit bedacht werden, Versiegelungen auf das Notwendigste beschränkt und Bauland sozialverträglich, also auch mit Mehrfamilienhäusern ausgewiesen werden.
Ein öffentlich einsehbares Ausgleichskastaster für das gesammte Kreisgebiet halte ich für überfällig,
Unser zukünftiger Verbrauch von Rohstoffen wird die Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaftsweise bestimmen: Rohstoffe dürfen deshalb nicht länger verpulvert werden. Sie müssen nützlich verwendet und sparsam verbraucht werden. Recycling ist immer der Entsorgung vorzuziehen. Für die Abfall und Entsorgungswirtschaft des Landkreises heißt das: Strengere Vorgaben bei der Einsparung und Weiternutzung von Rohstoffen anzuwenden, um eine Kreislaufwirtschaft zu etablieren.
Auch ich will meinen ökologischen Fussabdruck kritisch in den Blickwinkel nehmen, sparsamer konsumieren und auf die Zukunft hin vorbildlich begrenzen. In diesem Zusammenhang möchte ich als Politikerin die gesellschaftliche Errungenschaften der Daseinsvorsorge wie Gesundheit, Bildungs- und Kulturangebote, Freizeiteinrichtungen, öffentlicher Verkehr usw. meinen Mitmenschen deutlicher ins Bewusstsein bringen. Ich halte nichts von ständigen Forderungen nach Nachbesserungen, wenn die vorhandenen Ressourcen nicht eine angemessene Wertschöpfung und Nutzung erfahren.
Um Lebensgrundlagen zu schützen und gesellschaftliche Ressourcen zu sichern brauchen wir resonante Beziehungen, Solidarität im zwischenmenschlichen Bereichen und einen sorgfältigeren Umgang mit Gemeinschaftsgütern. Wir brauchen einen lösungsorientierten Diskurs mit unseren politischen Kontrahenten. Wir brauchen Toleranz, Ausdauer und Lebendigkeit, damit Selbstsucht, Ängste und Gleichgültigkeit nicht unser Handeln bestimmen und damit die Zukunft unserer Kinder verbaut.
Ich brauche dafür Gleichgesinnte, Mitstreiter*innen und Impulsgeber*Innen, die ich in den Reihen der Bündnisgrünen gefunden habe. Aus Kritik und Fehlern will ich lernen, wir können Mehrheiten gewinnen, und damit auch mehr Gestaltung und Verantwortung übernehmen.
Es braucht Zeit, um im Kreistag als Neuling zu wirken, viel Beobachtung und Selbstbewußtsein, um sich Gehör und im besten Fall auch Respekt zu verschaffen. Die Platzhalter machen es mit ihrer freundlichen Ignoranz, insbesondere gegenüber Frauen nicht leicht. Inzwischen aber habe ich Tritt gefasst, kann besser erkennen, "wo der Hase läuft" und deshalb kandidiere ich erneut für den Kreistag.